15.11.2021
Prof. Tobias Janz: China als musikwissenschaftlicher Forschungsgegenstand

15.11.2021
Prof. Tobias Janz: China als musikwissenschaftlicher Forschungsgegenstand

Am 15. November diskutierte Dr. Hannes Jedeck mit Prof. Dr. Tobias Janz in der Lennéstraße 6 über China als Forschungsgegenstand und Geschichtsschreibung im Zeitalter der Globalisierung in der Musikwissenschaft. Anders als in den Naturwissenschaften, in denen China häufig vor allem ein Forschungsstandort ist, hat die chinabezogene musikwissenschaftliche Forschung an der Uni Bonn eine doppelte Aufgabe. Denn zum einen geht es um die Erforschung der musikalischen Phänomene in China, zum anderen wird das Land selbst zum Gegenstand der Forschung, indem es in Beziehung gesetzt wird zur ostasiatischen und/oder europäisch geprägten Musikgeschichte. Es stellte sich die Frage, wie sich China in Bezug auf die dominierende westliche Musikgeschichte verorten lässt. Ist im Zeitalter der Globalisierung alles miteinander verwoben und verbunden? Wo liegen Chinas kulturelle Grenzen und welche Narrative werden der gegenwärtigen (unübersichtlichen) musikgeschichtlichen Situation gerecht?

Prof. Janz gab in seinen Ausführungen auf die gestellten Fragen ausführlich Antwort und ging insbesondere auf das Konzept der multiplen Modernen nach Schmuel Eisenstadt ein, das als eine Erweiterung der klassischen Theorie der Moderne auf globaler Ebene gesehen werden kann. Hannes Jedeck hob mehrfach die besondere Bedeutung der klassischen Musik in China hervor und betonte, wie verbreitet diese in Asien insgesamt sei. Allerdings müsse man immer die geschichtlichen Hintergründe berücksichtigen, um nicht ein zu punktuelles Bild der Situation zu zeichnen.