20.09.2026
Literatur übersetzen, Kulturen verbinden: 8. chinesisch-deutscher Übersetzungswettbewerb

Gu Shi

20.09.2026
Literatur übersetzen, Kulturen verbinden: 8. chinesisch-deutscher Übersetzungswettbewerb

Wie wird aus einem chinesischen literarischen Text eine deutsche Übersetzung, die präzise ist und zugleich als Literatur überzeugt? Dieser Herausforderung stellten sich die Teilnehmerinnen und Teilnehmer des 8. chinesisch-deutschen Übersetzungswettbewerbs des Konfuzius-Instituts Bonn und der Abteilung für Sinologie der Universität Bonn.

Im Mittelpunkt des diesjährigen Wettbewerbs stand ein Auszug aus „Warum ich noch keine KI-Geschichte geschrieben habe“ (关于AI的小说还没写出来) von Xia Jia. Die chinesische Schriftstellerin verbindet in ihren Werken wissenschaftliche Neugier mit poetischer Vorstellungskraft und einem feinen Gespür für zwischenmenschliche Beziehungen. Ihr Text bot den Teilnehmer*innen Gelegenheit, sich intensiv mit ihrer Sprache auseinanderzusetzen und eigene Lösungen für die Übertragung ins Deutsche zu finden.

Literarisches Übersetzen verlangt mehr als die genaue Wiedergabe einzelner Wörter. Auch Ton, Rhythmus und sprachliche Nuancen wollen erfasst werden. Die Aufgabe bestand deshalb darin, dem chinesischen Ausgangstext gerecht zu werden und zugleich einen gut lesbaren deutschen Text zu gestalten. Die Jury bildeten Dr. Marc Hermann von der Universität Bonn, Lennart Riedel von der Universität Heidelberg und Dr. Hannes Jedeck vom Konfuzius-Institut Bonn.

Mit dem Wettbewerb möchten das Konfuzius-Institut Bonn und die Bonner Sinologie die Beschäftigung mit chinesischer Literatur fördern und zum literarischen Austausch zwischen China und Deutschland beitragen. Denn Übersetzungen eröffnen neue Perspektiven: Sie machen Geschichten über Sprachgrenzen hinweg zugänglich und ermöglichen Begegnungen mit anderen Lebenswelten.

Wir gratulieren den Preisträgerinnen Chiara Fröhlich (Dresden), Mira Gröner (Heidelberg) und Celina Jüppner (Bonn) herzlich und danken allen Teilnehmerinnen für ihre Übersetzungen sowie der Jury für ihre Arbeit.