19 Jan. 19.01.2026
Übersetzung und Kulturvermittlung: Richard Wilhelms Methoden der Wiedergabe klassischer chinesischer philosophischer Begriffe und Texte für sein deutschsprachiges Zielpublikum
Am 19. Januar 2026 war Prof. Dr. Dorothea Wippermann zu Gast in Bonn und hielt im Rahmen des Bonner Sinologischen Kolloquiums einen Vortrag zum Thema „Übersetzung und Kulturvermittlung: Richard Wilhelms Methoden der Wiedergabe klassischer chinesischer philosophischer Begriffe und Texte für sein deutschsprachiges Zielpublikum“.
Der Fokus lag dabei vor allem auf Richard Wilhelm (1873-1930), jener herausragenden Übersetzerpersönlichkeit des 20. Jahrhunderts, dessen Übersetzungen der chinesischen philosophischen Klassiker aus den Jahren 1910 bis 1930 bis heute in immer wieder neuen Nachdrucken und Auflagen erscheinen und weitreichende Beachtung und Anerkennung finden. Übersetzungswissenschaftliche Studien seiner deutschsprachigen Wiedergaben klassischer chinesischer Werke und seiner Vermittlung von Wissen zu deren Verständnis für das Zielpublikum sind aber hierzulande immer noch rar, und über seine konkreten übersetzerischen Vorgehensweisen herrschen teilweise nur ungenaue Vorstellungen. Weiter wurden im Vortrag anhand von ausgewählten Beispielen, Textstellen und Termini, insbesondere aus Gespräche (Lunyu) des Konfuzius, die Vielfalt und Komplexität von Wilhelms Übersetzungsmethoden dargestellt und veranschaulicht, teils auch im Vergleich mit anderen Übersetzern.
Zugleich wurden Aspekte berührt, die auch in der anschließenden Diskussion weiter erörtert wurden, wie die generelle (Un-)Übersetzbarkeit, Vergleichbarkeit von Kulturen und deren Geisesströmungen, Äquivalenzbeziehungen zwischen deutschen und chinesischen Wörtern bzw. Begriffen, verdeutschende und verfremdende Übersetzung, Universalien und Kulturspezifika, Universalismus, Relativismus u.a.

