11.07.2025
Sommerkonzert „Fantasie zu vier Händen“

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11.07.2025
Sommerkonzert „Fantasie zu vier Händen“

Am Freitag, den 11. Juli fand im Bonner Kunstraum Villa Friede, der vom chinesischen Künstler Ren Rong gegründet wurde, ein Konzert der besonderen Art statt. Yu Xiangjun, Assistenzprofessorin am Shanghai Konservatorium für Musik, war angereist, um mit ihrer Klavierpartnerin Chinag Yin (Bonn) die Gattung „Klavier zu vier Händen“ zu erkunden. Bei dieser einzigartigen Musikform spielen zwei Pianistinnen gemeinsam an einem einzigen Klavier. Es stellt nicht nur die wechselseitige Harmonie und das Zusammenspiel auf die Probe, sondern schöpft auch das Ausdruckspotenzial des Klaviers voll aus. Seit dem 19. Jahrhundert, beginnend mit Franz Schubert, entwickelte sich diese Form zu einer bedeutenden Ausdrucksweise in der klassischen Musik und wurde im Laufe der Geschichte ständig weiterentwickelt und neu interpretiert.

Das Bonner Konzert spannte einen weiten Bogen von der europäischen Romantik bis zur zeitgenössischen chinesischen Musik. Neben Schubert standen Werke junger chinesischer Komponistinnen im Mittelpunkt des Abends. So entführte Shao Qing das Publikum mit ihrem Stück „Traum“ in die Klangwelt der Pekingoper. Qin Yis interaktives Werk META BIRD SONG bezog die rund 100 Gäste aktiv ein – Vogelstimmen aus Smartphones ließen den Saal lebendig werden.

Höhepunkt des Abends war die Uraufführung von Serb’Mo, einem Stück der jungen Komponistin Song Yang, die aus Eisenstadt (Österreich) angereist war. In ihrer Komposition verschmolzen traditionelle chinesische Tänze mit modernen rhythmischen Strukturen zu einem faszinierenden Klangbild.

Das Publikum bedankte sich mit langanhaltendem Applaus für einen Abend, der nicht nur musikalisch, sondern auch kulturell Brücken schlug.

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